...Profitieren von dem Hype..
//Liegt die Wahrheit zwischen zwei Extremen?//
Mein Leben ist aber momentan weder von Höhenflügen noch von Adrenalinschüben durchzogen, weshalb ich auch nie enthusiastisch genug war irgendetwas darüber zu schreiben.
Ich fühle mich die Woche hindurch ausgelaugt, verängstigt, in Ecken gedrängt und von Leuten mit Gedanken belästigt. Ich jage durch die Gassen als gäbe es kein Morgen, versuche dabei mein Mikrowellen-Mittagessen möglichst unbeschädigt zu transportieren und gleichzeitig meine Frisur in Ordnung zu bringen, denn bekanntlich ist es leichter sich anzupassen als sich auszugrenzen. Statistiken besagen man fände dadurch schneller Freunde.
Dieser Tage also gestaltet sich das Leben als solches und das Lieben als Ganzes wieder mal als sehr schwer. Zumal seit geraumer Zeit jeden Tag der gleiche Rat in meinem Horoskop steht, die Haltestellen-Ansagerin im Zug mir ihren Akzent immer wieder an den Kopf schmeisst, mir übel wird von den Eindrücken und die Gedanken mein Gehirn rotieren, mein Herz kollabieren und meinen Verstand aussetzen lassen.
Leute um mich herum, die ich schon länger kenne, machen Sachen, die sie in den Normalzustand versetzen, sie werden profillos, verschwinden in der Masse und zeigen keine Spur von Individualität. Ich gebe zu, dass ich wahrscheinlich weder mit meinem Aussehen noch mit meiner verbalen Technik aus der Masse hervorsteche, doch tue ich es mit meinen Gedanken und Ansichten. Und alle Menschen um mich herum verblassen, werden durchscheinend und scheinen sich aufzulösen. Ihre Gesichter werden gelegentlich noch von Fehlschaltungen der Nerven durchzuckt und sie erreichen ihre Befriedigung nur durch Belächeln der anderen, das sie – ihrer Ansicht nach – nicht zu begründen brauchen.
- Insgeheim wünscht ihr euch es wäre nie soweit gekommen.-
Diese Menschen merken es vielleicht nicht, aber sie machen mir den Alltag zur Hölle. Auch wenn ich sie schon längere Zeit kenne, erkenne ich keinen von ihnen wieder. Sie sind alle zu einer Masse verschwommen, ihre eigenen Gedanken wurden verklebt und sie und ihre Freiheit eingeschlossen in einen lebenslangen Bunker, dem sie nie mehr entkommen, wenn sie nicht sofort einen Fluchtplan entwickeln.
Doch bis sie ihre Misere erkennen ist es meist schon zu spät.
Ich will hier nicht behaupten, dass ich über diesen Menschen stehe, doch bin ich stolz darauf meine Meinung schützen zu können vor äusseren Einflüssen auch wenn ich sie nicht unbedingt öffentlich kundtue. Und ich brauche keine Bestätigung oder
Anerkennung durch Photos in denen ich in kindlich-mädchenhafter Manier in die Kamera blicke, verträumt und versuche den bestmöglichen Eindruck abzuliefern.
Eigentlich wollte ich den Eintrag in eine ganz andere Richtung treiben, doch das passierte nun doch nicht.
Später vielleicht irgendwann mehr von der Front.


